Mecklenburgische Eisenbahnfreunde Schwerin e.V.
Mecklenburgisches Eisenbahn- und Technikmuseum

Stellwerks-Modellbahnanlage


Fahrdienstleiter, Weichenwärter und Blockwärter regelten bei der Eisenbahn die Zugfolge und leiteten die Züge auf das richtige Gleis.
Um diese wichtige und verantwortungsvolle Aufgabe zu erfüllen, arbeiteten diese Eisenbahnerinnen und Eisenbahner auf Stellwerken.
Stellwerke waren umgangssprachlich Räume und Gebäude, in denen spezielle technische Einrichtungen für das Bedienen von Weichen, Signalen und weiteren Sicherheitseinrichtungen in den Gleisanlagen den eigentlichen Stellwerksanlagen untergebracht waren.
Der Reisende konnte zwar die Gebäude sehen, die technischen Vorgänge und Einrichtungen blieben jedoch in der Regel verborgen. Nur die Ergebnisse für eine Zugfahrt oder Rangierfahrt wurden wahrgenommen, wenn sich eine Weiche bewegte oder ein Signal die Fahrt gestattete.
Das Mecklenburgische Eisenbahn- und Technikmuseum stellte verschiedene mechanische und elektromechanische Stellwerke sowie Gleisbildstellwerke aus. Dabei wurden nicht nur die bekanntesten Bauformen gezeigt, sondern auch seltene und außergewöhnliche Bauarten verschiedener Fabrikanten. Ein Teil der ausgestellten Stellwerke war wieder betriebsfähig aufgearbeitet worden und konnte vorgeführt werden.
Um die Betriebsabläufe bei der Eisenbahn und den Zusammenhang zwischen Stellwerken, Weichen, Signalen sowie den Zug- und Rangierfahrten anschaulich darzustellen, waren einige ausgewählte Stellwerke an eine Modellbahn in der Baugröße H0 angeschlossen.
Die Gesamtanlage bestand aus einem Rundkurs mit zwei Bahnhöfen. Der Bahnhof Nordstadt wurde von einem elektromechanischen Stellwerk gesteuert und war mit Lichtsignalen der Deutschen Reichsbahn (Hl-System) ausgerüstet. Durch mechanische Stellwerke und Formsignale wurde der Bahnhof Südort gesichert.
Die beiden Bahnhöfe waren in der einen Richtung über eine zweigleisige Strecke verbunden, die von der mechanischen Blockstelle Westdorf mit Formsignalen unterteilt wurde. In der anderen Richtung erfolgte der Betrieb über eine eingleisige Strecke. Die dazwischen liegende Blockstelle Osthof war in Gleisbildtechnik mit Lichtsignalen (Hl-System) ausgeführt. Bahnübergänge mit Schrankenwärter und zuggesicherte Haltlichtanlagen ergänzten die Anlage.
Betrieblich konnten reguläre Zugfahrten sowie Fahrten mit besonderem Auftrag auf Ersatzsignal dargestellt werden. In den Bahnhöfen bestand die Möglichkeit zu Rangierfahrten, sodass Lokomotivwechsel oder die Bedienung von Ladestraßen, Güterschuppen und Fabrikanlagen gezeigt werden konnten.
Während die Arbeiten an den Stellwerken nahezu abgeschlossen waren und sich lediglich auf die technische Anpassung an die angeschlossene Elektrik und Elektronik beschränkten, befand sich der Modellbahnteil noch sichtbar im Bau. Neben der Vervollständigung der Steuerung und dem Einbau weiterer sicherungstechnischer Einrichtungen stand der Landschaftsbau im Vordergrund. Unabhängig davon konnten bereits damals die wesentlichen Betriebsabläufe eindrucksvoll demonstriert werden.
Besucher konnten dabei zusehen, wie das Team der Mecklenburgischen Eisenbahnfreunde Schwerin e.V. als Fahrdienstleiter, Weichenwärter oder Blockwärter den Eisenbahnbetrieb nach den Vorschriften der 1980er Jahre der Deutschen Reichsbahn demonstrierte. Den interessierten Besuchern wurden dabei die technischen Zusammenhänge fachkundig erklärt und auf Wunsch auch Einblicke hinter die Kulissen der Stellwerkstechnik gewährt.

 
 
 
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