Der Bahnhof - mit Wartehalle und Fahrkartenausgabe
Wenn jemand eine Reise macht dann vielleicht mit der Eisenbahn.
Eine solche Reise beginnt auf dem Bahnhof.
Der Reisende betritt das Empfangsgebäude und befindet sich in der Wartehalle mit den Zugängen zu den Bahnsteigen. An den Schalterfenstern gibt es Auskunft über die nächsten Zugverbindungen oder man löst eine Fahrkarte bzw. Platzkarte für die anstehende Reise. Aushangfahrpläne und Informationstafeln zeigen die Abfahrt- und Ankunftszeiten der Züge. Das Reisegepäck kann man in Schließfächern deponieren oder bei der Gepäckaufbewahrung abgeben. An einem Kiosk gibt es Zeitungen und Zeitschriften für unterwegs. In der Mitropa-Gaststätte erhält man eine Stärkung für die anstehende Reise oder man wartet auf einer Bank einfach nur auf den nächsten Zug und beobachtet das Geschehen auf dem Bahnhof.
Gleich am Eingang des Mecklenburgischen Eisenbahn- und Technikmuseums entstand der Eindruck, als wäre man auf einem Bahnhof. Die Besucher betraten die Wartehalle eines Empfangsgebäudes und wurden auf die noch zu entdeckenden Atraktionen des Museums eingestimmt. So ähnlich könnte es in einem Stationsgebäude einer kleinen mecklenburgischen Stadt ausgesehen haben.
Zu der typischen Einrichtung gehörte der Fahrplan, dessen Ziffern und Zeichen aus Emailletafeln bestehen. Diverse Hinweistafeln, eine Uhr, eine Personenwaage und die Bahnhofsbank ergänzten das Ambiente.
Durch das Schalterfenster war bereits der Dienstraum des Fahrdienstleiters mit der Fahrkartenausgabe erkennbar.
Der Fahrdienstleiter bereitete sich in der Funktion als örtlichen Aufsicht gerade auf die Abfertigung eines Zuges vor. Dafür hatte er den Befehlsstab in der Hand und die rote Mütze aufgesetzt. Zu seinen Aufgaben auf dieser Station gehörte auch der Verkauf von Fahrkarten. Für die wichtigsten Fahrziele wurden diese in einem Fahrkartenschrank aufbewart. Wenn das Reiseziel weiter entfernt liegt, wurde am Fahrkartendrucker die passende Fahrkarte hergestellt. Auf dem Schreibtisch waren alle Utensilien zu sehen, die der Fahrdienstleiter für die ordnungsgemäße Dienstausführung benötigte. Dienstbücher, Stifte und Schreibmaschine waren ebenfalls griffbereit. Für die Frühstückspause hatte er schon die Brotdose und die Tageszeitung ausgepackt und auch ein frischer Kaffee konnte zubereitet werden. An der Wand der Aktenschrank mit allen gültigen Vorschriften und den notwendigen Signalmitteln. Die Mutteruhr steuerte alle Uhren auf dem Bahnsteig und im Bahnhofgebäude. Die Verständigung mit anderen Fahrdienstleiter erfolgte mit dem Morsefernschreiber, dem Läutewerk oder verschiedenen Telefonen.
Auf dieser mecklenburgischen Bahnstation hatte der Fahrdienstleiter noch weitere Aufgaben. Dazu gehört die Gepäckaufbewahrung für Handgepäck und Fahrräder der Reisenden. Ebenso war er für die Expressgut- und Güterabfertigung zuständig.
Die wichtigste Aufgabe des Fahrdienstleiters bestand in der sicheren Durchführung der Zugfahrten. Die Weichen für den Fahrweg mussten in die richtige Lage gebracht und das zugehörige Signal auf Fahrt gestellt werden. Dazu befand sich in einem weiteren Dienstraum das Stellwerk. Das wurde Ihnen im Mecklenburgischen Eisenbahn- und Technikmuseum anschaulich demonstriert.

